Meerforelle

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Forelle im Laichkleid Foto: Torsten Ode

www.salmonidenschutz.de

Forelle im Laichkleid Foto: Torsten Ode

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Die Meerforelle (Salmo trutta) ist ein wichtiger Bio- und Klimaindikator für die Ostsee und die in ihr mündenden Fließgewässer. Sie nutzt verschiedene Ökosysteme zwischen der Ostsee, wo sie ein reiches Nahrungsangebot findet und ihren Laichgebieten in den kleinen bis mittelgroßen Fließgewässern im Land und wandert zwischen diesen. Diese Laichwanderungen nimmt die Forelle mehrmals in ihrem Leben auf sich. Dabei legt sie in MV bis zu 140 km (einfach) zurück. Im Prioritätenkonzept zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit von Fließgewässern wird sie daher als wichtigste bewertungsrelevante Art eingestuft. Gleichzeitig stellt die Meerforelle eine bedeutende fischereiliche Ressource für die Berufs- und Angelfischerei dar.

Das Land finanziert daher seit 1992 umfangreiche Aktivitäten zur Wiederansiedlung und Bestandsaufstockung sowie zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit von Fließgewässern. Seit 2000 befindet sich die Meerforelle im Landesbesatzprogramm des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF). Im Einzugsgebiet der Ostsee können aktuell in ca. 60 Gewässern Meerforellen nachgewiesen werden.

Der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Meerforelle sind eine Gemeinschaftsaufgabe. Die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen zur Bestandssicherung basiert auf der engen Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Einrichtungen, Behörden, Fischereiverbänden, Anglervereinen und ihren ehrenamtlichen Helfern. Besonders hervorzuheben ist die Kooperation zwischen der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA MV), dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) sowie verschiedenen Naturschutz- und Angelverbänden. Ehrenamtliche Initiativen, wie Gewässerpflege und Bestandserfassungen, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Datenerhebung und zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

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Aufsteigende Meerforelle wird von einer videooptischen Fischzähleinrichtung erfasst.

Aufsteigende Meerforelle wird von einer videooptischen Fischzähleinrichtung erfasst.

Bestandsmanagement in MV

Ermittlung potenzieller Meerforellengewässer

Das Meerforellenprojekt ist seit 2017 am Institut für Fischerei der LFA angesiedelt. Im ersten Projektzeitraum (2017- 2020) konnten 85 potenzielle Meerforellenlaichgewässer in Mecklenburg-Vorpommern (MV) ausgewiesen und in eine Modellierung zur Abschätzung des saisonalen Meerforellenlaicherbestands aufgenommen werden.

Dazu wurden potenzielle Laichhabitate anhand von Daten aus der Fließgewässerstrukturgütekartierung (FGSK) identifiziert. Dieser Ansatz  wurde auch bei der Fortschreibung des Prioritätenkonzepts zur Planung und Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit für Fische und Rundmäuler in den Fließgewässern MVs (LUNG, 2013) angewendet. Die Datengrundlage der FGSK hat sich seit 2014 deutlich verbessert. Jährlich durchgeführte Laichplatzkartierungen lieferten anschließend den Nachweis für Laichaktivität in einzelnen Gewässern und konnten zur Kalibrierung des Laicherbestandsmodells genutzt werden.

Videooptische Zählung von Aufsteigern

Bis November 2024 wurden videooptische Fischzähleinrichtungen zur Erfassung aufsteigender Laichtiere in 10 Referenzgewässern des Landes in Betrieb genommen. Die Auswertung des umfangreichen Videomaterials erfolgt mithilfe einer vom Fraunhofer Institut für graphische Datenverarbeitung entwickelten, KI gestützten Bildauswertungssoftware. Anhand der so erfassten saisonalen Aufsteigerzahlen und den ermittelten Laichplatzlängen und -qualitäten erfolgt seit 2017 eine Modellierung des Laicherbestands.

Seit 2017 wurden das Laicherbestandsmodell und die videooptische Erfassung und Auswertung mittels KI stetig weiterentwickelt und haben sich bis heute zu einem einsatzfähigen Routineprogramm zur Bestandsermittlung von aufsteigenden Meerforellen entwickelt, welches belastbare Daten für das Bestandsmanagement von Meerforellen liefert.

Neben der Ermittlung des Laicherbestands bilden die Ergebnisse zur Rekrutenbefischung die Grundlage in der Zusammenarbeit mit der ICES-Arbeitsgruppe WGBAST. Die seit 2017 jährlich erfassten Parr-Abundanzen der Meerforelle in MV sind ein valider Bestandteil der Produktivitätsbestimmung der Gewässer des Baltikums durch die ICES-Arbeitsgruppe. Aktueller Bericht der Arbeitsgruppe: ICES. 2025. Baltic Salmon and Trout Assessment Working Group (WGBAST).

 

Projektbearbeitung Armin Steibli

Abschlussbericht Projektzeitraum 2017-2023 (auf Anfrage)

Ausgewählte Ergebnisse sind veröffentlicht in: Verbandsnachrichten und Fischerei und Fischmarkt MV 2024, 2025

Meerforellenbestände in MV werden durch das Landesbesatzprogramm des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gestützt. Hier finden Sie auch Infos zu Schonzeiten

 

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Internationaler Rat für Meeresforschung (ICES) – Arbeitsgruppe für Lachs und Meerforelle in der Ostsee (WGBAST) Arbeitsgruppenbericht: 2024, 2025

 

Informationen für den Wasserbau und Renaturierungsvorhaben

Wie man Laichplätz für Salmoniden schafft - Handbuch von den DTU Aqua Fischpflegeberatern Jan Nielsen und Finn Sivebæk (deutsch) – pdf

Steckbrief WRRL in-stream restoration (Grüne Liga, L. Tent) – pdf

Lebendigere Bäche (HENRY, L. Tent) – pdf

 

Vereine und Verbände

Salmoniden- und Gewässerschutzverein MV e.V.: Gemeinnützig aktiv für die Meerforelle, den Erhalt, Verbesserung und Wiederherstellung freier durchwanderbarer und strukturreicher Gewässer in MV. Dieser Verein ist Mitglied im Landesanglerverband MV

 

Thünen Institut für Ostseefischerei

DCF (Data Collection Framework): Erhebung von Daten der deutschen Freizeitfischerei (Angelfischerei) auf Lachs und Meerforelle in der Ostsee im Rahmen des Datenerhebungsprogramms der EU