Hering

English summary

Western Baltic herring

The Atlantic herring (Clupea harengus L.) is a commercially important fish species distributed throughout the North Atlantic. In the western Baltic Sea, herring has been a key species for coastal fisheries, particularly along the coast of Mecklenburg-Western Pomerania (Germany). The western Baltic spring spawning herring undertakes extensive seasonal migrations between feeding areas in the Kattegat, Skagerrak, and eastern North Sea, overwintering grounds in the Øresund and southern Kattegat, and spawning grounds in sheltered coastal waters of the western Baltic Sea, with Greifswald Bay representing its principal spawning area. Beyond its economic value, herring plays an important ecological role in the Baltic Sea food web.

Stock development

The western Baltic herring stock has declined markedly since the mid-1990s. High fishing pressure, eutrophication and climate change are considered the primary drivers. Eutrophication has reduced the extent of submerged macrophytes, limiting suitable spawning habitats, while warmer winters have shifted spawning phenology, thereby increasing the mismatch between larval hatching and prey availability. Reduced recruitment has contributed to the severe decline of the traditional herring fishery in Mecklenburg-Western Pomerania.

Research project: Regional approaches for sustainable management of herring in the coastal waters of Mecklenburg-Western Pomerania

Motivation

Given the severe decline of the western Baltic herring stock in recent decades, this research project investigates the regional conditions and mechanisms influencing herring recruitment in the coastal waters of Mecklenburg-Western Pomerania (MW). The focus lies on spawning grounds outside the Greifswald Bay, which is already subject to regular monitoring. To assess the contribution of additional spawning areas in MW to the overall western Baltic herring stock, local spawning components must first be identified and distinguished. Furthermore, the current contribution of the historically prevalent autumn-spawning herring to the overall stock remains unclear. By addressing these knowledge gaps, the project aims to develop regional management approaches to support stock conservation and enable sustainable fisheries along the coast of MW in the future.

Research objectives

1. Assess spawning habitats and population structure

The condition of selected spawning grounds will be evaluated and their relative contribution to the overall stock will be assessed. In addition, the occurrence of autumn-spawning herring will be quantified in comparison with the spring-spawning herring.

2. Evaluate alternative spawning substrates

Due to the decline of submerged vegetation (macrophytes), which serves as preferred spawning substrate, artificial structures will be experimentally tested as alternative spawning habitat.

3. Integrate socio-economic perspectives

A stakeholder dialogue will be established to identify potential conflicts among different stakeholder groups (e.g. fisheries, policymakers, conservation organizations) and to facilitate the development of jointly agreed management strategies.

Funding: European Maritime, Fisheries and Aquaculture Fund (EMFAF) and the State of Mecklenburg-Western Pomerania     

Project duration: August 2024 - July 2027

 

Contact: Dr. Franziska Schade (project lead), Freya Eckhardt (research assistant)

Der Hering der westlichen Ostsee

Der Hering (Clupea harengus L.) ist ein weit verbreiteter Schwarmfisch im Nordatlantik, der von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. In der Ostsee galt der Hering über Jahrhunderte hinweg als Brotfisch der deutschen Küstenfischerei, wobei noch Ende der 1980er Jahre Erträge von über 50.000 t erzielt werden konnten. Vor den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns (MV) spielt der frühjahrslaichende Hering der westlichen Ostsee dabei eine zentrale Rolle. Charakteristisch für diesen Heringsbestand sind die ausgedehnten Wanderungen zwischen den Fraßgebieten im Kattegat, Skagerrak und in der östlichen Nordsee, den Überwinterungsgebieten im Öresund und südlichen Kattegat und den Laichgebieten in den inneren Küstenbereichen der westlichen Ostsee. Ansammlungen von laichbereiten Heringen finden sich ab Februar entlang der Küste MVs ein, um anschließend zum Ablaichen in die jeweiligen inneren Küstengewässer einzuwandern, wobei der Greifswalder Bodden als Hauptlaichgebiet gilt. Neben seiner ökonomischen Wertigkeit für die Berufs- und Freizeitfischerei ist der Hering zudem ein wichtiges Bindeglied im Nahrungsnetz der Ostsee.

Foto von einem HeringDetails anzeigen
Foto von einem Hering

Der Atlantische Hering Clupea harengus (Foto: F. Schade)

Der Atlantische Hering Clupea harengus (Foto: F. Schade)

Bestandsentwicklung

Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich der Zustand des Heringsbestandes der westlichen Ostsee dramatisch verschlechtert. Neben der intensiven fischereilichen Nutzung in den letzten Jahrzehnten sind Eutrophierung und Klimawandel ursächlich für die negative Bestandsentwicklung. Durch die Überdüngung der Ostsee hat sich die Unterwasservegetation (Makrophyten), die der frühjahrslaichende Hering in der westlichen Ostsee bevorzugt als Laichsubstrat nutzt, in Ausdehnung und Dichte erheblich verringert, sodass geeignete Laichareale oftmals nur noch in stark exponierten Flachwasserbereichen vorzufinden sind. Zudem führen mildere Wassertemperaturen im Winter zu einem früheren Laichgeschehen der Heringe, infolgedessen eine Diskrepanz zwischen dem Schlupfzeitpunkt der Larven und der Nahrungsverfügbarkeit auftritt, was die Nachwuchsproduktion zusätzlich einschränkt. Als Folge der rückläufigen Bestandsentwicklung kam die traditionsreiche Heringsfischerei in MV im letzten Jahrzehnt weitestgehend zum Erliegen.

Grundlagen für ein regionalisiertes Management der in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns vorkommenden Heringsbestände

 

Motivation

Angesichts der folgenreichen negativen Bestandsentwicklung in den letzten Jahrzehnten sollen in unserem Forschungsvorhaben die regionalen Gegebenheiten und Wirkmechanismen in den Küstengewässern MVs untersucht werden, die Einfluss auf den Erfolg der Nachwuchsproduktion des Herings haben. Der Fokus liegt dabei auf Laichgebieten außerhalb des Greifswalder Boddens, der diesbezüglich bereits regelmäßig untersucht wird. Um die Bedeutung weiterer Laichgebiete entlang der Küste MVs für den Gesamtbestand in der westlichen Ostsee zu beurteilen, muss zunächst geklärt werden, wie sich lokale Laichergemeinschaften voneinander abtrennen lassen. Außerdem ist unklar, in welchem Umfang der ehemals häufig vorkommende Herbstlaicher heutzutage im Gesamtbestand auftritt. Weitergehendes Ziel des Projektes ist, durch die Untersuchung dieser offenen Forschungsfragen regionalisierte Managementempfehlungen abzuleiten, die helfen, den Gesamtbestand zu erhalten, um somit zukünftig wieder eine höhere fischereiliche Nutzung der Heringsbestände an der Küste von MV zu ermöglichen.

 

Forschungsschwerpunkte

1. Laichgebiete bewerten und Laicherpopulationen abgrenzen:

Der Zustand ausgewählter Laichgebiete soll bewertet und deren anteilige Bedeutung für den Gesamtbestand eingeschätzt werden. Zudem soll das Aufkommen herbstlaichender Heringe im Abgleich zum frühjahrslaichenden Hering quantifiziert werden.

2. Alternatives Laichsubstrat testen:

Aufgrund des Rückgangs von natürlicher Unterwasservegetation wie Seegras oder Blasentang, die der Hering bevorzugt als Laichsubstrat nutzt, sollen künstliche Strukturen zur Eiablage experimentell getestet werden.

3. Sozio-ökonomische Aspekte berücksichtigen:

Ein Stakeholder-Dialog soll etabliert werden, um die bestehenden Konfliktpotentiale verschiedener Interessengruppen (z.B. Fischerei, Politik, Umweltschutz) zu identifizieren und darauf aufbauend gemeinsam abgestimmte Managementstrategien zu entwickeln.

Foto von herbstlaichenden HeringenDetails anzeigen
Foto von herbstlaichenden Heringen

Herbstlaichender Hering aus dem Stettiner Haff (Foto: T. Lorenz)

Herbstlaichender Hering aus dem Stettiner Haff (Foto: T. Lorenz)


Projektlaufzeit:
August 2024 - Juli 2027

Dr. Franziska Schade
Projektbearbeiterin Heringsmanagement
Telefon: +49(0)381 20260-539
Freya Eckhardt
Projektmitarbeiterin Heringsmanagement
Telefon: +49(0)381 20260-536

Medienbeiträge

PM des Landesministeriums MV (März 2025): Berufsfischer und Sea Ranger unterstützen Heringsprojekt

Beitrag vom ZDF (April 2025): Sea Ranger auf Forschungstour

Beitrag vom NDR (Juni 2025): Zusammenarbeit mit Sea Rangern im Heringsprojekt

 

Zeitschriftenartikel

Artikel in Fischerei & Fischmarkt MV (Sept 2024): Forschungsprojekt zum Hering an der LFA gestartet

Artikel in Verbandsnachrichten des Bauernverbands MV (Dez 2024): Vorstellung des Heringsprojekts

Artikel in Fischerei & Fischmarkt MV (Juni 2025): Dem Hering auf der Spur