Rückblick Schweinetag 2023

Veranstaltungsdatum 25.10.2023 09:30
Ort 18276 Güstrow, Speicherstraße 11, Viehhalle des MRV
Veranstalter LFA, LMS/SKBR
Ansprechpartner Dr. Antje Priepke
E-Mail a.priepke@lfa.mvnet.de
Telefon 0385 / 588-60327

Der gut besuchte Schweinetag 2023 stand ganz im Zeichen der aktuellen Herausforderungen in der Schweineproduktion. Dr. Snell vom BMEL verwies auf Bausteine des Umbaus der Tierhaltung, an denen gerade gearbeitet wird. Dazu gehören die Einführung einer verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung, die sukzessive ausgeweitet werden soll, der Einsatz für eine Herkunftskennzeichnung tierischer Produkte, die Änderung des Baugesetzbuches, die Ausarbeitung von Vollzugshinweisen zur TA-Luft, die Überarbeitung des Tierschutzrechtes sowie das Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung, welches die investive als auch die finanzielle Förderung laufender Mehrkosten für besonders tier- und umweltgerechte Tierhaltung beinhaltet. Dr. Tölle von der ISN berichtete über eine aktuelle ISN-Umfrage, wonach 75 % der Schweinehalter in den kommenden 12 Monaten keine Neuinvestitionen planen und ein großer Teil der Betriebe aus der Produktion aussteigen wird. Kernproblem seien die Flut an gesetzlichen, z. T. widersprüchlichen Neuregelungen, die fehlende Herkunftskennzeichnung sowie die Fokussierung auf ausschließlich höhere Haltungsstufen bei gleichzeitig unklarer Finanzierung und nicht vorhandener Bereitschaft des LEH, frühzeitig entsprechende Abnahmeverträge zu garantieren.

Der zweite Teil der Veranstaltung befasste sich mit den Herausforderungen der TA-Luft. Dr. Puntigam (LfL Bayern) demonstrierte zahlreiche Beispiele, wie sich über eine stark N-P-reduzierte Fütterung sowohl Ressourcen sparen als auch Nährstoffausscheidungen und Emissionen reduzieren lassen. Dr. Böckelmann als vereidigter Sachverständiger verwies darauf, dass Abluftreinigungsanlagen nach TA-Luft und Rechtssprechung zum Stand der Technik gehören, wobei es keinen Bestandsschutz gäbe. Künftig werde die energetische Optimierung z. B. über Wärmerückgewinnung aus dem Waschwasser oder der Gülle zunehmen. Effektive Maßnahmen zur stallinternen Emissionsverringerung seien u.a. die Verringerung der Raumtemperatur sowie die pH-Reduzierung und Kühlung der Gülle. Abschließend stellte Herr Andresen aus Siedenbollentin seine umgebauten Abferkelställe und das neue Deckzentrum mit Außenauslauf vor und erläuterte Vor- und Nachteile der neuen Haltung.

Einig waren sich alle Redner und Teilnehmer, dass eine weitere Steigerung des Tierwohls nur mit Investitionen möglich ist. Diese werden jedoch nur getätigt, wenn die politischen, genehmigungsrechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen stimmen und eine echte Gewinnperspektive besteht.

Dokumente