Schweinetag 2013 MV
| Veranstaltungsdatum | 23.10.2013 09:30 |
|---|---|
| Ort | Güstrow |
| Ortsbeschreibung | Viehhalle des LKV, Speicherstraße 11 |
| Veranstalter | LFA MV |
| Ansprechpartner | Prof. Dr. Winfried Matthes, Institut für Tierproduktion |
| w.matthes@lfa.mvnet.de | |
| Telefon | 038208 / 630-331 |
Am 23. Oktober fand in der Güstrower Viehhalle der 22. Schweinetag Mecklenburg-Vorpommerns statt. Das Thema der sehr gut besuchten Veranstaltung
„Mit Gesundheit und Tierwohl eine effiziente Schweineproduktion sichern“
fand breiten Widerhall sowohl bei den Teilnehmern als auch in der Öffentlichkeit.
Die Schweineproduktion MV ist durch ein hohes Leistungsniveau gekennzeichnet. Mit 27,2 abgesetzten Ferkeln je Sau und Jahr und 830 g/d Masttagszunahmen wurden im letzten Wirtschaftsjahr Leistungen erzielt, die in Deutschland das Spitzenniveau mitbestimmen. Diese auf jährliche Steigerungen von 0,6 ABF/Sau u. Jahr und 15 g/d MTZ seit 2005/06 beruhenden Leistungen waren nicht mit einem Anstieg der Tierverluste verbunden. Mit einer Verlustrate von 13,2 % bei den Ferkeln und 2,9 % bei den Mastschweinen wurden ebenfalls akzeptable Werte erzielt.
Trotz der hohen Tierleistungen war aufgrund der hohen Futtermittelpreise und den dazu nicht adäquat gestiegenen Schweine- und Ferkelpreisen die Schweineproduktion im Durchschnitt nicht wirtschaftlich. Obwohl noch nicht alle Daten vorliegen, kann kalkuliert werden, dass bei Produktionskosten von 1,69 €/kg SG in der Schweinemast ein Cent zum Erreichen einer „schwarzen Null“ fehlen wird. In der Ferkelerzeugung sollten sich die Produktionskosten auf 62,50 € je Ferkel mit 28 – 29 kg Lebendgewicht belaufen. Hier werden etwa 1,50 € je Ferkel als Minus zu verzeichnen sein.
Die Sorge um die Wirtschaftlichkeit der Produktion beschäftigt den Schweinehalter nicht ausschließlich. In einer breitgeführten gesellschaftlichen Debatte muss er sich mit deutlichen Akzeptanzproblemen auseinandersetzen. Wesentliche Aspekte hierbei sind Tiergesundheit und Tierwohl. Die Argumentation, dass die Tiere ja gesund sein müssen, sonst würden sie keine hohen Leistungen vollbringen, reicht heute nicht mehr aus. Gesundheit ist eben mehr als nur das Freisein von Krankheiten. Im humanen Bereich schließt das nach WHO-Definition auch den Zustand des vollständigen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens ein. Nun gibt es auf das Tier bezogen nicht die Definition für Wohlbefinden. Allgemeingültig kann das Wohlbefinden von Tieren mit den sogenannten „5 Freiheitsgraden“ beschrieben werden:
- Freiheit von Hunger und Durst
- Freiheit von Krankheiten, Schmerzen und Leiden
- Freiheit von nicht angepasster Haltungsumwelt
- Freiheit ein normales Verhalten auszuführen
- Freiheit von Furcht, Angst und Stress.
Mit dieser Problematik muss sich der Tierhalter zukünftig verstärkt auseinandersetzen. Deswegen wurde der diesjährige Schweinetag der Tiergesundheit und dem Tierwohl gewidmet. Es sollten Anregungen und Erfahrungen vermittelt werden. Der große Zuspruch dieser Veranstaltung zeigt das Interesse für die anstehenden Aufgaben.
Dokumente
- Programm (PDF, 0,11 MB)
- Tierhaltung in der Kritik - was tun? - R. Fechler, DBV Berlin (PDF, 3,96 MB)
- Gesunde Tiere - gesunde Lebensmittel - Prof. M. Mergenthaler, FH Soest (PDF, 1,11 MB)
- Heile Ohren - heile Schwänze - M. Lechner, EZG Hohenlohe-Franken (PDF, 1,44 MB)
- Technik und Kosten von Abluftreinigungssystemen - Dr. H. Cielejewski, LWK NRW (PDF, 6,13 MB)
- Aktuelle Ergebnisse zur Ebermast - Prof. W. Matthes, LFA/IfT Dummerstorf (PDF, 0,59 MB)




