Die Anwendung der 'Hohenheim - Gülzower - Serienauswertung' im regionalisierten Sortenversuchswesen in Mecklenburg-Vorpommern

Landesforschungsanstalt MV: Die Anwendung der ‚Hohenheim - Gülzower - Serienauswertung‘ im regionalisierten Sortenversuchswesen in Mecklenburg - Vorpommern

D i s s e r t a t i o n
zur Erlangung des akademischen Grades
Doctor rerum agriculturarum
(Dr. rer. agr.)

eingereicht an der
Lebenswissenschaftlichen Fakultät
der Humboldt - Universität zu Berlin

von
Dipl. Ing. agr. Volker Michel
geboren am 13. April 1963 in Rostock

 

(Zusammenfassung im Jahresbericht der LFA)

Volker Michel

In Mecklenburg-Vorpommern wurde die sogenannte Hohenheim - Gülzo­wer - Serien­auswer­tung (HGS) als methodisches Instrument im Sorten­versuchs­­­wesen eingeführt. Eines der Kernziele ist die frühe und präzise Schätzung von Sorteneffekten als eine Grundlage für Empfehlungen für Landwirte. Die vorlie­gen­de Dissertation untersucht erstmals die praktische Anwendung der HGS, erarbei­tet Verallgemeinerungen und bewertet die Wirksamkeit der wesentlichsten Optionen dieser Methode.

Gegenstand der Untersuchungen und der daraus abgeleiteten Thesen waren insbesondere vier Problemkreise mit jeweils entsprechend entwickelten Auswertungsmethoden und -mo­dellen: (1) langjährige Auswertungen unter Einbeziehung vorgelagerter Versuchstypen (WP, EUSV), (2) gewichtete Einbeziehung von Ergebnissen aus Nachbargebieten basierend auf der genetischen Korreliertheit, (3) Gewichtung der Einzelversuchsdaten auf Basis der Kehr­werte ihrer Fehlervarianzen und (4) Datentransformation. Nachfolgend werden nur Ergebnisse zum Problemkreis (1) kurz angesprochen.

Mittels Vari­anz­­kompo­nenten­­schätzung wurde die Struktur der Sorte  Umwelt - Interaktionen in Nordostdeutschland analysiert. Die Sorte  Jahr­ - Interaktionen erweisen sich als domi­nant. Die Kombination von Langzeitanalyse und Zusammen­führung von Wertprüfun­gen und Landessortenversuchen zeigte sich folglich als die wirksamste Option der HGS. Voraus­setzung für die Nutzung dieser Synergie ist die Berücksichtigung der damit verbun­denen Unbalanciertheit durch die Wahl des im Rahmen der Arbeit entwickelten gemischten Auswertungsmodells. Die Grafik zeigt, dass die Präzision der Sortenmittelwerte durch die HGS erheblich verbessert wird und dass sich die Sortenrangfolgen durch diese Methode nicht unwesentlich ändern. Bei Sorten im fortgeschrittenen Prüfprozess (nahe am Koordinatenursprung) sinkt der Schätzfehler um ca. 1/3, bei jungen Sorten (entfernt vom Koordinatenursprung) halbiert sich der Fehler sogar - beim Weizenertrag von etwa 4 auf etwa 2 dt/ha.

Ohne diesen Ansatz wäre eine hinreichend gute Sorteneinschätzung auf­grund geringer Versuchskapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern kaum noch möglich.

Dokumente

Verfasser Volker Michel
Erscheinungsdatum 30.09.2015
Telefon 03843 / 789-210
E-Mail v.michel@lfa.mvnet.de