Was leistet das aktuelle Sortenprüfsystem?
Das Sortenprüfsystem als Bindeglied zwischen Züchtung und Praxis integriert die wesentlichen Komponenten: Wertprüfung, Landessortenversuch und EU-Sortenversuch. Die umfassende Abstimmung zwischen diesen Komponenten erbringt Synergieeffekte - für die Beschreibende Sortenliste wie auch für die regionale Sortenberatung und steigert die Effizienz des Gesamtsystems erheblich. Derzeit besteht Konsens zwischen Bund und Ländern, dass diese Sortenprüfung auch im öffentlichen Interesse liegt ("Die Agrarministerkonferenz tritt dafür ein, ein kosteneffizientes und durchgängiges Sortenprüfsystem zu erhalten,..."). Das integrierte Sortenprüfsystem beinhaltet viele fundamentale Vorzüge: Unabhängigkeit und Neutralität, Beurteilung der Gesamtheit der wertbestimmenden Eigenschaften (Landeskultureller Wert), repräsentative Ergebnisse durch Exaktversuche, Mehrjährigkeit und Mehrortigkeit sowie standortkundlich begründete Anbaugebiete. Das Sortenprüfsystem ist ein effizienter Sortenfilter und verhindert eine Verunsicherung der Landwirte durch eine 'Sortenflut', hebt erheblich den mittleren Leistungslevel und minimiert fundamentale Anbaurisiken. Das Sortenwesen stellt die Kernstruktur des Versuchswesens der Länder dar und ist damit auch die Voraussetzung für ein flexibles Versuchswesen als agrarpolitisches Instrument insgesamt. Im Beitrag werden aktuelle Tendenzen diskutiert, die die Stabilität dieses Prüfsystems schleichend bzw. örtlich fundamental gefährden. Als Fazit wird diskutiert, dass eine vergleichbare Qualität des Sortenwesens ohne ein derartig bundesweit abgestimmtes Prüfsystem nicht denkbar ist. Es liegt im Interesse der Gesellschaft, der Landwirtschaft und der Züchtung und Saatgutwirtschaft, dieses System in den Grundzügen zu stützen.
| Verfasser | Volker Michel |
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| Erscheinungsdatum | 16.01.2012 |
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