Sortenempfehlung Blaue und Gelbe Lupinen im ökologischen Landbau 2020

Die Sorte Boruta hat durch ihren endständigen Wuchs den Vorteil, dass sie auch auf besseren Standorten und/oder guter Wasserversorgung frühzeitig und gleichmäßig abreift. Dadurch eignet sie sich auch für Einsteiger im Lupinenanbau. Ihre Ertragsleistung ist durchschnittlich. Die kleinkörnige Sorte hat einen mittleren Rohproteingehalt. Das schlechtere Unkrautunterdrückungsvermögen endständiger Sorten wird durch eine höhere Aussaatstärke ausgeglichen.

Boregine ist mehrjährig die ertragsstärkste Sorte und macht auch in der Saatgutvermehrung den höchsten Anteil aus. Die Aussaat sollte möglichst früh erfolgen. Ihre Fähigkeit Unkraut zu unterdrücken ist sehr gut. Sie weist eine hohe Tausendkornmasse auf, was zu höheren Saatgutkosten führt. Stärkeres Hülsenplatzen kann durch rechtzeitige Ernte verringert werden. Der Rohproteingehalt liegt im mittleren Bereich.

Probor ist leicht unterdurchschnittlich im Ertrag, mit Schwächen bei der Bestandesetablierung. Der Rohproteingehalt ist höher als bei anderen Sorten der Blauen Lupinen, was eine innerbetriebliche Verwertung empfehlenswert macht. Das kleine Korn führt zu geringen Saatgutkosten.

Die Gelben Lupinen sind besonders für sehr leichte Böden mit geringer Wasserversorgung geeignet. Unter diesen Bedingungen erzielen sie einen etwas geringeren Ertrag als die Blauen Lupinen bei deutlich höherem Rohproteingehalt. Obwohl der polnische Züchter für diese Sorten eine gute Toleranz gegenüber Anthraknose auslobt, ist ein Infektionsrisiko gegeben.

 

Dokumente

Verfasser Carolina Wegner
Erscheinungsdatum 09.01.2020
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