Wie viel, wie schnell und wo aufziehen? – Die betriebsindividuelle Strategie

Eine längere Nutzungsdauer ist mit höheren Lebensleistungen verbunden. Soll das das Ziel sein und das muss es aus wirtschaftlicher, ökologischer und auch aus der Sicht des Verbrauchers werden, dann müssen die Jungrinderbestände abgestockt werden. Und das sehr bewusst, denn es werden nicht alle lebend geborenen weiblichen Kälber zur Reproduktion benötigt. Ob Kälber, die nicht zur Reproduktion benötigt, möglichst früh den Bestand verlassen oder aufgezogen werden, um tragende Färsen oder Jungkühe zu verkaufen, hängt von der Ausstattung des Betriebes mit Grünland, Stallplätzen und Arbeitskräften ab. Eine andere Möglichkeit sich selbst den Zwang aufzuerlegen, nicht alle aufgezogenen Zuchttiere einzustallen, ist die Auslagerung in einen spezialisierten Aufzuchtbetrieb. Intensive Kälberaufzucht heißt, das natürlich mögliche Wachstum zu entwickeln und nicht durch begrenzte Tränke, ungesunde Haltungsbedingungen und ungenügende Betreuung zu behindern. Diese Entwicklungsphase muss Priorität haben. Auch die Jungrinder sind intensiv zu betreuen. Hauptproblem hier ist die Wachstumssteuerung über die Fütterung, die anhand der Energielieferung der Tagesration und der die Futteraufnahme begrenzenden Fasergehalte optimiert werden kann.

Dokumente

Verfasser Jana Harms, Dr. Bernd Losand
Erscheinungsdatum 22.05.2019
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