Fachinformationen

Ergebnisse der Zuckerrübenproduktion 2018

Seit 1997 arbeiten die Zuckerfabrik Anklam und die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei zur Verbesserung des Rübenanbaus in der Region zusammen. Es ist das Ziel den Betriebsleitern und Beratern Hilfestellungen zu geben, den Zuckerrübenanbau wettbewerbsfähiger zu gestalten. Die nachfolgenden Ergebnisse basieren auf den Anbaudokumentationen der Rübenanbauer sowie der Endabrechnung der ZF Anklam und repräsentieren über 95% der gesamten Produktionsmenge der Zuckerfabrik.

Die Rübenernte 2018 brachte mit 19,3 °S. einen Rekord-Zuckergehalt. Mit einem Rübenertrag je Hektar von 57,57 t RR (reine Rüben) wurde nur ein unterdurchschnittlicher Rübenertrag erzielt und mit rund 11,1 t Polzucker/ha ein mittlerer Zuckerertrag eingefahren. Der Rübenertrag bei 18 °S je Hektar lag mit 61,56 t RR unter dem langjährigen Trend.

Der durchschnittliche Rübenpreis betrug einschließlich Über- und Biogasrüben sowie der Nachzahlung aus dem Vorjahr 26,28 €/t RR bei 18 °S bei einer Vertragserfüllung von 91,4%. Darin sind auch die Treue- und Frühlieferprämie sowie ein Fabrikausgleich für die Mietenabdeckung abzüglich Verbandsbeitrag und Trans­portkosten­beteiligung enthalten.

Die variablen Kosten lagen mit 1.160 €/ha das vierte Jahr in Folge unter dem Vorjahreswert. Ursachen für den Kostenrückgang sind u.a. die gesunkenen Nährstoffkosten sowie die unterdurchschnittlichen Erträge, die über den Nährstoffentzug zu kalkulatorischen Einsparungen führten. Auch die Zahl der Pflanzenschutzapplikationen war rückläufig, was z.T. mit der extremen Trockenheit in Verbindung steht. Der Aufwand für Pflanzenschutz hat nach den variablen Maschinenkosten den größten Kostenanteil.

Die Ergebnisse 2018 stehen ganz unter den Auswirkungen der Dürre. Die relativ angespannte Lage im Ackerbau seit mehreren Jahren stellt die Betriebe vor große Herausforderungen. Der Deckungsbeitrag 2018 in Höhe von 458 €/ha ist das schlechteste Ergebnis seit 2008. Neben den Ertragseinbußen durch die Trockenheit sind auch die niedrigen Zuckerpreise auf dem Welt- und EU-Markt die Hauptursachen. Mit dem Ausstieg aus der Zuckermarktordnung war damit zu rechnen, dass sich die Produktionsmengen in Deutschland und der EU erhöhen und der Rübenpreis unter Druck geraten würde.

Dennoch war die Zuckerrübe 2018 unter den Ackerkulturen die konkurrenzfähigste Kultur. Die wirtschaftliche Situation im Ackerbau hat sich aber in den letzten Jahren im Land insgesamt ungünstig entwickelt, die Rentabilität und Liquidität vieler Betriebe ist äußerst angespannt. Nach einer Abfolge von zum Teil schwerwiegenden Wetterereignissen (2016: Auswinterung, 2017: Nässe, 2018: Dürre) gelang es selbst erfolgreichen Ackerbauern oft nicht, alle Produktionsfaktoren marktgerecht zu entlohnen. Die Markterlöse reichten aufgrund von unterdurchschnittlichen Erträgen und Erzeugerpreisen nicht aus, die Direktkosten sowie die übrigen Betriebskosten, allen voran der Arbeitserledigungsaufwand, abzüglich aller Zuschüsse und Prämien zu decken. Der Zuckerrübenanbau erbrachte zwar höhere Gewinnbeiträge als Brotweizen, Raps oder Wintergerste, die die größten Anbauanteile einnehmen, nach den schlechten Ernten drei Jahre in Folge ist aber aktuell die wirtschaftliche Situation vieler Ackerbaubetriebe prekär.

Weitere Informationen finden Sie im nachfolgenden Bericht.

Dokumente

Verfasser Dr. Hubert Heilmann
Erscheinungsdatum 03.04.2019
Telefon 03843 / 789-200
Telefax 03843 / 789-265
E-Mail h.heilmann@lfa.mvnet.de