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Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut


Einschätzung des DON-Risiko's im Triticale-Sortiment

Diese Auswertung ist das Ergebnis einer länderübergreifenden Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Mykotoxine (beteiligte Einrichtungen - siehe unten). 

Abbildung:  aktuelle Ergebnisse 

Auszug aus einer Veröffentlichung von Evelin Schreiber und Christian Guddat (Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft)

Maßnahmen zu Minderung von Fusarium – und damit der DON-Gefahr in Körnerfrüchten

Einfluss auf die Toxin-Bildung haben verschiedene Faktoren. Haupteinflussfaktor ist der Jahres- und Witterungseffekt, gefolgt von der Vorfrucht und der Rotte der auf dem Feld verbleibenden Erntereste (Stoppeln, Rübenköpfe),  der Art der Bodenbearbeitung und letztlich auch die Neigung der Sorte zur Toxinbildung. Ist eine Fusariuminfektion erfolgt, kann mit einer fungiziden Ährenbehandlung zur Blüte die Aus-breitung des Erregers gemindert werden. Durch Saatgutreinigung vermag man den Anteil von Schmachtkörnern und damit den Toxingehalt zu senken. 
Eine günstigere Stellung in der Fruchtfolge wird Triticale auch in Zukunft nicht erhalten und pfluglose Bodenbearbeitung ist ein etabliertes Verfahren. So gewinnt als prophylaktische Maßnahme zur Verringerung des Mykotoxinrisikos, die zudem keine zusätzlichen finanziellen Aufwendungen erfordert und keine Belastung der Umwelt darstellt, die Wahl von Sorten mit Widerstandsfähigkeit gegen Ährenfusarium an Bedeutung.

Sortenversuche zur Einschätzung von Triticale bezüglich seiner Neigung zur Bildung des Toxins DON

Seit 2003 wurden die jweils aktuellen Triticalesorten mehrortig in insgesamt 5 Bundesländern in Feldversuchen bezüglich ihrer Neigung zur DON-Bildung geprüft. Die Versuchsdurchführung erfolgte in Anlehnung an die „Richtlinien zur Durchführung von Wertprüfungen und Sortenversuchen“ des Bundessortenamtes. Die Versuchsflächen wurden mit Maisstoppeln kontaminiert, um Maisvorfrucht zu imitieren .
Am Erntegut wurde der DON-Gehalt der einzelnen Prüfglieder mit Hilfe des ELISA-Tests bzw. HPLC ermittelt. Die statistische Auswertung der Versuchsserie erfolgte mit der Hohenheim-Gülzower Methode.

Schlußfolgerungen

Die Ergebnisse aus den Versuchen fließen in regionale Sortenempfehlungen der Bundesländer ein, um das Ährenfusarium- bzw. DON-Risiko für den Landwirtschaftsbetrieb zu verringern und einen Beitrag zur Tiergesundheit und zum Verbraucherschutz zu gewährleisten.
Wegen der komplexen Anforderungen an die Sorten (Ertragsfähigkeit und Ertrags-sicherheit, Qualität, Winterfestigkeit, Standfestigkeit, Krankheitsanfälligkeit) ist die Anbaubedeutung der geprüften Sorten sehr unterschiedlich. Bei der Sortenwahl wird auch in Zukunft Ertragsfähigkeit und -sicherheit von hoher Bedeutung sein.
Wenn beim Anbau von Triticale aber auf wendende Bodenbearbeitung nach den Vorfrüchten Mais, Weizen oder Triticale verzichtet wird, sollte aufgrund der Versuchsergebnisse gegenwärtig der Sorte Benetto der Vorzug gegeben werden.  Beim Anbau von Cosinus ist aufgrund der Versuchergebnisse bei Mais- oder Getreidevorfrucht wendende Bodenbearbeitung dringend zu empfehlen.
Die Sorte ist zwar nur ein Faktor zur Minimierung des Mykotoxingehalts im Getreide, aber er ist weitgehend „gratis“ und belastet die Umwelt nicht.

 

Beteiligte Einrichtungen:

Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau des Landes Sachsen-Anhalt
Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern
Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg 

Dokumente

VerfasserChr. Guddat (TLL); Mehrländerkooperation TH, BY, SN, BW, MV (statistische Auswertung), HE, ST und BB
Erscheinungsdatum18.01.2017

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