Feldtag - Mais und Sorghumhirse

Veranstaltungsdatum 05.09.2017 09:00
Ort Gülzow
Veranstalter LFA, LALLF
Ansprechpartner Dr. Volker Michel
E-Mail v.michel@lfa.mvnet.de
Telefon 03843 / 789-210

Am 5. September fand auf dem Versuchsfeld in Gülzow der traditionelle Feldtag zu Mais und Hirse statt. Die LFA präsentierte ein breites Themenspektrum.

Versuche zu Bodenvorbereitung, Aussaat­technik und Erntezeitpunkt bei Sorghumhirsen (gefördert durch das BMEL über die FNR) stellte Dr. Andreas Gurgel vor. Hirsen sind eine ertragreiche Ergänzung zur Versorgung von Biogasanlagen. Aufgrund ihrer Temperatur­ansprüche sind sie jedoch für die maritim beeinflussten Standorte im Nordosten Deutschlands nur bedingt geeignet. Hier sind frühreife Sorten gefragt - die Beratung zur Sortenwahl bei Sorghumhirsen wird durch das Projekt ebenfalls unterstützt. Unter günstigen Bedingungen wie in diesem Jahr können durchaus dem Mais vergleichbare Trockenmasse­erträge geerntet werden. Aufgrund des fehlenden stärkereichen Kolbens sind die Biogas­ausbeuten gegenüber Mais jedoch etwas geringer.

Dass erfolgreicher Maisanbau auch unter den Bedingungen des Ökolandbaus gelingen kann, zeigte sich auf dem ökologischen Versuchsfeld der LFA. Notwendig waren allerdings fünf gut gesetzte Pflege­arbeitsgänge mit Striegel und Rollhacke. Andreas Titze stellte einen Versuch vor, in dem der Einfluss der Gärrestmenge auf Ertrag und Qualität untersucht wird. Die Ausbringung der Gärreste sollte emissionsarm und rechtzeitig vor der Saat erfolgen. Sehr interessiert zeigten sich die Besucher an Parzellen mit Kleegras-Häcksel-Mulch und Untersaaten. Deren Wirkung auf die Entwicklung der Maispflanzen und Möglichkeiten der sinnvollen Nutzung von anfallendem Häckselgut in Marktfruchtbetreiben wurde intensiv diskutiert. Neben diesem Maisversuch präsentierte Dr. Harriet Gruber einen vielver­sprechenden Sortenversuch mit Sojabohnen.

Häufig wird der Mangel an Langzeitversuchen beklagt. Tobias Thiel stellte einen stationären Dauerversuch zur Phosphor- und Kaliumdüngung in einer Fruchtfolge vor. Extrem­varianten haben seit 20 Jahren keine Phosphor- und Kaliumdüngung erhalten - die Gehaltsklasse ist dort z.T. weit in A abgefallen. Der Mais reagierte in diesem Jahr sehr augenfällig auf die unterschiedliche Düngungsintensität - sowohl bei alleinigem Kalium- wie auch bei alleinigem Phospormangel. Massenwachstum, Bestandes­höhe und Auskörnung in den Kolben litten bei Mangel sehr deutlich. Zudem verzögerte Phospormangel die Blüte. Sichtbar war in diesem Jahr auch, dass die Frühjahrsdüngung („der Pflanze ins Maul“) wirksamer als eine Vorratsdüngung im Herbst war. Besonders günstig präsentierten sich Varianten, die in beiden Nährstoffen ausreichend versorgt sind.

An der Station des Pflanzenschutzdienstes stellte Dr. Stephan Goltermann einen Fungizid­versuch vor und blieb aufgrund bisheriger Ergebnisse bei der Aussage, dass Fungizide im Mais nicht gebraucht werden. Die Diskussion um Mykotoxine in der Maissilage führte zum nächsten Thema, dem Maiszünsler. Sein Befall steht in direktem Zusammen­hang zum verstärkten Auftreten von Fusariumpilzen und Mykotoxinen. In Vorbereitung der Ernte wurde auf die Bekämpfung des Maiszünslers eingegangen. Verbleiben die Stoppeln unangetastet auf dem Acker, vermehrt der Landwirt das Insekt nicht nur für sich, sondern auch für seine Nachbarn. Es gehört zum integrierten Pflanzenschutz, die Stoppeln mit Walze, Mulcher oder Zünsler­schreck so zu bearbeiten, dass die Larven nicht überwintern können. Im Nordosten gilt also, dass die aufkommenden phytopathologischen Probleme des Mais‘ mechanisch lösbar sind.

Die Fragen der Sortenbewertung und Sortenwahl diskutierte Dr. Volker Michel. Er zeigte junge Sorten, die die negative Beziehung zwischen Stärke und Verdaulichkeit der Restpflanzen positiv brechen und somit von besonderem Wert in der Fütterung sind. Es wurden geeignete Sortentypen zum einen für Betriebe mit sehr hohem Maisanteil in der Futterration und zum anderen für Betriebe mit hohem Futteranteil aus dem Grünland vorgestellt. Die neue Sortenempfehlung wird erstmalig auch Angaben zu Biogasausbeute und -ertrag je Sorte enthalten. Anfang November, nach Vorliegen aller Qualitäts­ergebnisse aus den noch stehenden Versuchen, wird die Sortenempfehlung für 2018 bereit stehen.

 

 

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