Eignung CMS-freier Blumenkohlsorten für den Herbstanbau

Im Gemüsebau wird Saatgut zum großen Teil als Hybridsaatgut (Kreuzung von Inzuchtlinien zweier Sorten) erzeugt. Um bei der Züchtung die Selbstbefruchtung zu verhindern, werden bei Pflanzen, bei denen sich männliche und weibliche Blühorgane zusammen in einer Blüte befinden, die Staubblätter mühevoll von Hand entfernt. Die männliche Sterilität kommt zwar in einigen Arten auch natürlich vor und kann durch gewöhnliche Kreuzung auf verwandte Pflanzen übertragen werden, jedoch sind dieser Möglichkeit Grenzen gesetzt. Eine moderne biotechnologische Methode, die männliche Sterilität auf Pflanzen einer anderen Art oder Sorte zu übertragen ist die Zellfusionstechnik, bei der Pflanzenbestandteile auf Zellebene über natürliche Kreuzungsbarrieren hinweg neu kombiniert werden, ohne dass jedoch ins Erbgut der Pflanzen auf Kern-Ebene eingegriffen wird. Diese technisch eingezüchtete Eigenschaft wird als cytoplasmatisch männliche Sterilität (CMS) bezeichnet.

Die Verwendung von Sorten im Öko-Anbau, bei deren Züchtung diese Technik angewendet wurde, ist zwar nach EU-Ökoverordnung erlaubt, wird aber von den Anbauverbänden des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) seit mehreren Jahren ausgeschlossen. Da neben den kleineren Biosaatgutfirmen lediglich Bejo weiterhin an der langwierigen Züchtung und auch Erhaltung CMS-freier Blumenkohlsorten arbeitet, ist das nutzbare Sortenspektrum für den Verbandsanbau rückläufig.

In einem Sortenversuch wurden 10 CMS-freie Blumenkohlsorten auf ihre Eignung für den Herbstanbau geprüft. Als Vergleich diente die CMS-Standartsorte ‘Freedom F1‘.
Die Ergebnisse sind im folgenden Artikel zusammengestellt.

Dokumente

Verfasser Gunnar Hirthe, Marion Jakobs
Erscheinungsdatum 18.09.2013
Telefon 03843 / 789 - 223
E-Mail g.hirthe@lfa.mvnet.de