Sachstandsbericht künstliches Unterwasserriff Nienhagen 2010

Landesforschungsanstalt MV: Sachstandsbericht künstliches Unterwasserriff Nienhagen 2010

1. Einleitung

Das Riffprojekt wurde mit dem Hintergrund eine alternative Möglichkeit zur Erhaltung der fischereilichen Ressourcen und zur Stabilisierung der Wirtschaftsfischbestände in den küstennahen Regionen des Landes Mecklenburg-Vorpommern durch die Schaffung großflächiger künstlicher Unterwasserhabitate als Rekrutierungs-, Aufwuchs- und Ruhezonen zu finden im Jahre 1994 mit einer Studie begonnen. In den Folgejahren von 2002 bis 2008 konnte finanziert durch Mittel des Landes und der EU (FIAF) die Zielstellung erfüllt werden. Am Riff NIENHAGEN ist das Jungfischaufkommen (Dorsch) fast doppelt so hoch wie in einem ca. 4 km entfernt liegenden und gleichzeitig beprobten Referenzgebiet. Auf der neu geschaffenen Oberfläche von ca. 18.000 m² wird im Jahresmittel eine Biomasse von  ca. 95,4 t produziert, die als wichtige Nahrungsgrundlage für die im Riff lebenden Jung- und Kleinfische dient. Neben den Miesmuscheln und Seepocken sind die Algen vorrangig vertreten. Bis 2008 wurde die Rotalge Delesseria san-guinea im Rahmen des Riffprojektes näher untersucht und eine wirtschaftliche Verwertungsmöglichkeit der Alge nachgewiesen, was eine zusätzliche Erwerbsquelle für Fischereibetriebe in Aussicht stellte.
Anhand der Ergebnisse des Vorgängerprojektes wurde mit Mitarbeitern vom StALU Rostock der Wunsch und die Notwendigkeit, die Untersuchungen auch auf andere Wassertiefen und auf weniger strukturierten Meeresboden auszudehnen, diskutiert und es erfolgte eine neue Ausrichtung der Forschungsvorhaben. Hinzu kam, dass das vorliegende Untersuchungsergebnis bei den Rotalgen einen Arbeitsstand aufzeigte, der eine Weiterführung im Riffprojekt nach den Bewertungskriterien zur Förderung für „Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der Wasserfauna und -flora“ nicht mehr zuließ. Die Untersuchungen zur Rotalge wurden aus dem Riffprojekt herausgelöst und gesondert als „Pilotprojekt“ neben der Landesförderung über den Europäischen Fischereifond weitergeführt und finanziert.

 

Dokumente

Verfasser Thomas Mohr
Erscheinungsdatum 13.12.2010
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