Mähdruschfruchtauswertung 2016

Zielstellung und Datengrundlage Mähdruschfrüchte haben den höchsten Flächenanteil an der Ackerfläche in Mecklenburg-Vorpommern. Auch in ihrem Anteil am wirtschaftlichen Ergebnis der Landwirtschaftsbetriebe nehmen die Druschfrüchte eine überragende Rolle ein. Um den Mähdruschfruchtanbau leistungsfähiger zu gestalten, kommen der Analyse der Produktionsverfahren und der Erarbeitung von Empfehlungen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit besondere Bedeutung zu. Die Beurteilung der Verfahren des Mähdruschfruchtanbaus in MV bezüglich ihrer Wirtschaftlichkeit erfolgt auf der Grundlage von Datenerhebungen in den Referenzbetrieben der LFA.

Wirtschaftlichkeit der Mähdruschfrüchte Ungünstige Witterungsbedingungen im Erntejahr 2016 führten zu teilweise deutlichen Mindererträgen im Vergleich zu den Vorjahren. Die anbaustärksten Kulturen hatten die größten Rückgänge zu verzeichnen: Raps ein Drittel, Wintergerste ein Fünftel, Winterweizen 15 %. Die Direktkosten der Mähdruschfrüchte betrugen 449 €/ha, was einem Rückgang um 7 % im Vergleich zumVorjahr entspricht. Mit 45 % hatten die Düngungskosten den höchsten Anteil, gefolgt von den Pflanzenschutzkosten mit 34 %. Die Saatgutkosten lagen mit 71 €/ha auf dem Niveau der Vorjahre. Das wirtschaftliche Ergebnis wird vom Ertrag, den Produktionskosten und maßgeblich von den Preisen beeinflusst. Die Getreidepreise waren auf die niedrigsten Werte der letzten fünf Jahre gesunken, die Rapspreise lagen in etwa auf dem Vorjahresniveau. Niedrige Erträge, gepaart mit ungünstigen Preisen, führten zu einem dramatischen Absinken der Direktkostenfreien Leistungen. Der Vergleich der Ergebnisse des Jahres 2016 mit dem Mittelwert der Jahre 2010 bis 2015 zeigt, in welchem Umfang die Wirtschaftlichkeit der Mähdruschfrüchte gesunken ist. Hafer schnitt als einzige Kultur besser ab als im langjährigen Mittel. Aufgrund der niedrigen Anbauflächen bleibt der positive Beitrag zum Betriebseinkommen gering. Greening und Agrarumweltmaßnahmen führten zu einer Anbauausdehnung der Körnerleguminosen. Die Direktkostenfreien Leistungen liegen mit 361 €/ha bei Futtererbsen und 138 €/ha bei Lupinen deutlich unter denen von Getreide und Raps.

Ökologische Auswirkungen Die durch Witterungs- und Krankheitsgeschehen geschädigten Pflanzen waren in diesem Jahr nicht in der Lage, den angebotenen Stickstoff zu verwerten. Die Höhe der N-Düngung zu Weizen wurde im Vergleich zum Jahr 2015 um 4 und im Raps um 14 kg N/ha reduziert. Die Stickstoffsalden, die in den 3 letzten ertragsstarken Jahren eine positive Richtung eingeschlagen hatten, sind deutlich angestiegen und lagen beim Weizen über 70 sowie beim Raps über 120 kg N/ha. Dies wird die Einhaltung der N-Salden im dreijährigen Mittel erschweren.

Dokumente

Verfasser Andrea Ziesemer
Erscheinungsdatum 23.02.2017
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