Besonderheiten zur Winterrapsaussaat 2018

In diesem Jahr sind bei der Aussaat des Winterrapses besonders die Pflanzenschutzmaßnahmen der Vorfrüchte zu berücksichtigen. Laut Landes-pflanzenschutzamt wurden auf Grund der widrigen Bedingungen im Herbst vermehrt Frühjahrsherbizide im Getreide und dann auch witterungsbedingt später als üblich eingesetzt. Da insbesondere der Abbau der ALS-Hemmstoffe stark vom Bodenwasser abhängt, könnte nach der extremen Trockenheit der letzten Monate dieser nicht ausreichend stattgefunden haben. Folgeschäden in der Rapsneuansaat sind möglich. Daher empfiehlt das LALLF auf den Flächen, die mit ALS-Hemmern bewirtschaftet wurden, vor der Rapssaat einen Kressetest zu machen. Bei diesem Test werden Bodenproben der obersten 5 cm von den geplanten Anbauflächen in Schalen gegeben und Gartenkresse eingesät. Die Kresse reagiert sehr empfindlich und schnell auf Sulfonylharnstoffe. Sind keine ungewöhnlichen Reaktionen zu beobachten, kann der Raps angebaut werden. Der Test kann auch mit Raps durchgeführt werden, allerdings ist hier der Beobachtungszeitraum bis zum BBCH 12 auszuweiten. Zeigt der Raps nur leichte Symptome, kann eine wendende Bodenbearbeitung vor Aussaat helfen. Ein Restrisiko bleibt allerdings. Sind deutliche Symptome sichtbar oder bestehen doch Zweifel, wird von einem Anbau auf diesen Flächen abgeraten.

Ansonsten gelten die gleichen Voraussetzungen wie in den vergangenen Jahren:

  1. gute Strohverteilung der Vorfrucht
  2. Standort angepasste Bodenbearbeitungsintensität
  3. feinkrümeliges Saatbett mit rückverfestigtem Boden unterhalb des Saatgutes
  4. flache Saatgutablage von 2-3 cm.

Die diesjährig verfrühte Ernte sämtlicher Vorfrüchte ermöglicht ein weites Fenster für eine bestmögliche Saatbettbereitung. Obwohl der optimale Aussaattermin zwischen dem 15.- 25. August liegt, sollte auf Grund der anhaltenden Trockenheit auf eventuell bessere Aussaatbedingungen gewartet werden. Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, dass ein besseres Saatbett ungünstigere Saatzeiten kompensieren kann. Beispielsweise wurden am Standort Tützpatz durch einen verspäteten Saattermin (gedrillt in der ersten Septemberdekade) unter besseren Aussaatbedingungen ca. 30 % Mehrertrag eingefahren. Auf die erhöhte Auswinterungsgefahr bei Spätsaaten durch nicht optimal entwickelte Rapsbestände ist in den letzten Jahren bereits mehrfach hingewiesen worden.

Um Ertragsverluste durch den Befall mit Rapserdfloh und Kohlfliege so gering wie möglich zu halten, sind weniger die Saatzeiten als vielmehr die gute Pflanzenentwicklung entscheidend.

Gibt es im Betrieb Flächen, auf denen die Wahrscheinlichkeit eines Kohlherniebefalls bestehen könnte, dann HÄNDE WEG von Mischungen resistenter mit nichtresistenten Sorten. Dadurch erhöht sich das Infektionspotenzial des Bodens zusätzlich. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die teilrassenspezifische Resistenz der Spezialsorten gebrochen werden kann. Auf Verdachtsflächen sollte zuerst ein Biotest durchgeführt werden (Anwendungshinweise unter www.rapool.de). Bestätigt sich der Verdacht, ist kurzfristig der Einsatz resistenter Sorten angebracht und längerfristig die Anbaupause für Raps zu erweitern.

Grundsätzlich bestätigen langjährige Auswertungsreihen den ökonomischen Vorteil der optimalen Aussaatzeiten (15.08. bis 25.08.). Um eine Risikoabsicherung zu gewährleisten, sollten zu geringen Anteilen sowohl Früh- als auch Spätsaaten im Betrieb eingeplant werden. Der Fokus ist allerdings auf den optimalen Saattermin zu legen. Entsprechende Sortenempfehlungen können auf der Internetseite der LFA (http://www.landwirtschaft-mv.de/Fachinformationen/Sorten/) eingesehen werden.

Dokumente

Verfasser Dr. Jana Peters
Erscheinungsdatum 01.08.2018
Telefon 03843 / 789-232
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