Abschätzung und Bewertung der ökonomischen Folgen der Verwendung von Landesflächen (Offenland) zur Umsetzung der europäischen Umweltrichtlinien WRRL und Natura 2000

Mit Hilfe des im Rahmen dieses Forschungsthemas entwickelten Modells konnten z.T. erhebliche Unterschiede in der Zielerreichung und den ökonomischen Konsequenzen zwischen den untersuchten Szenarien zur Verbesserung der Wasserqualität im Einzugsgebiet aufgezeigt werden. Besonders bei der Bewertung von Kombinationen verschiedener Maßnahmen und Auflagen hat sich das Modell als praktikabel erwiesen.

Die mit Abstand effizientesten Maßnahmen sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht sind technologische Verbesserungen bei der Düngerapplikation. Die Vermeidung klimaschädlicher Ammoniakemissionen, die Erhöhung der Nährstoffausnutzung organischer Dünger in Kombination mit einer analogen Mineraldüngerreduzierung haben positive wirtschaftliche und ökologische Effekte. Bei relativ hohen Nährstoffpreisen kann dadurch die Wirtschaftlichkeit mit der Reduzierung negativer Umweltbelastungen kombiniert werden. Durch moderne Applikationstechnik oder Ansäuern von Gülle kann die N-Effizienz organischer Dünger gesteigert werden.

Bezüglich der zentralen Fragestellung, ob durch Landesflächen positive Effekte bei der Umsetzung konkreter Schutzziele erreicht werden können, zeigt sich ein differenziertes Bild. Pauschale Verpachtungsauflagen zur Extensivierung der Flächennutzung leisten zwar positive ökologische Beiträge, verursachen aber auch erhebliche wirtschaftliche Folgen und Vermeidungskosten. Landeseigene Flächen sollten daher vorrangig „punktuell“ zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Umsetzung bzw. Kompensation von FFH-Managementmaßnahmen genutzt werden. Vor allem bei der Implementierung von Schutz- und Pufferstreifen sowie Sedimentationsbecken und Überflutungsarealen können Landesflächen hilfreich sein.

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Dokumente

Verfasser Dr. Hubert Heilmann
Erscheinungsdatum 03.07.2018
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