Wirkung von Biogasgärresten und Hühnertrockenkot aus ökologischem Landbau auf Ertrag und Qualität verschiedener Feldfrüchte

Von 2010 bis 2016 wurden am Standort Gülzow unter ökologischen Anbaubedingungen der Einfluss der Düngung mit Gärresten und Produkten aus der Geflügelhaltung (Kompost, Pellets, Hühnertrockenkot) auf Ertrag und Qualität bei verschiedenen Getreidearten in Feldversuchen geprüft. Im Laufe des Versuchszeitraums wurden Ausbringungsmethode, Applikationsmengen und Düngerart modifiziert. Mit Hilfe des Yara-N-Testers konnte die N-Aufnahme der Pflanzen während der Vegetationszeit verfolgt werden. Neben Ertrags- und Qualitätsbestimmungen wurden Bodenuntersuchungen und Unkrautbonituren durchgeführt und im Anschluss an die Versuche die Nachwirkungen im Folgejahr getestet.
Sowohl im Winterweizen als auch im Sommergetreide waren Ertrags- und Qualitätseffekte durch Düngung nachweisbar und teilweise signifikant. Im Sommergetreide fielen die Ertragszuwächse geringer aus als im Winterweizen. Auch im Jahr nach der Düngung lassen sich noch Effekte nachweisen, die jedoch nicht immer gesichert waren. Eine Qualitätsverbesserung gelingt besonders mit einer Gärrestgabe zum Ährenschieben, wodurch höhere Preise am Markt erzielt werden können. Die Effizienz der eingesetzten Dünger war insgesamt gering, konnte aber bei den Gärresten durch Einschlitzen in den Boden und gleichzeitiger Mengenreduzierung verbessert werden. Mit einer Düngung stieg im Winterweizen auch der Unkrautdruck. Die Nmin-Gehalte im Herbst unterschieden sich nach Düngung nicht wesentlich von der ungedüngten Kontrolle.
Schlussfolgernd kann der Einsatz von Gärresten bei Einarbeitung in den Boden und Mengen zwischen 15 und 20 m3 sowohl im Winterweizen als auch im Sommergetreide zur Verbesserung von Ertrag und Qualität empfohlen werden. Gärreste und Hühnertrockenkot sollten bevorzugt zu Sommerungen eingesetzt werden, um durch Einarbeitung hohe gasförmige Verluste zu vermeiden und um eine schnelle mikrobielle Umsetzung zu gewährleisten.

 

Dokumente

Verfasser Dr. Harriet Gruber
Erscheinungsdatum 24.10.2017
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